Horst Jürgen Helle

Fortschritt oder Dekadenz
Angleichung der Rolle von Mann und Frau in der industriellen Gesellschaft

In: Rheinischer Merkur, Nr. 43, 22.10.1976, S. 19.

Im Jahre 1974 waren in der Bundesrepublik 17 Millionen Männer und 10 Millionen Frauen erwerbstätig. Zu der Frage, ob eine Angleichung der Rollen von Mann und Frau stattfindet oder nicht, sagen diese Zahlen nicht viel aus. Dazu müßte das Verhältnis von 17 Männern zu 10 Frauen feiner untergliedert werden nach dem Alter der Erwerbstätigen, danach, wie groß der Anteil der Ledigen, der Verheirateten und der Mütter unter den Frauen ist und auch danach, welche Art der Erwerbstätigkeit ausgeübt wird.

Unabhängig von solchen statistischen Untergliederungen wird die Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau in der Familie vor allem davon beeinflußt, ob eine ganztägige Berufstätigkeit außerhalb des Hauses ausgeübt wird oder nicht. Die außerhäusliche Erwerbstätigkeit der Hausfrau und insbesondere der Mutter widerspricht der traditionellen Vorstellung von den Geschlechtsrollen. Danach wird von dem Mann erwartet, daß er durch seine Berufstätigkeit den Lebensunterhalt verdient, während der Frau die Aufgabe zufällt, den Haushalt zu führen und etwa vorhandene Kinder zu betreuen.

Angesichts des tiefgreifenden Widerspruchs zwischen den traditionellen Vorstellungen von der Rolle der Geschlechter in der Familie und dem tatsächlichen Verhalten in der modernen Gesellschaft beobachten wir eine Spaltung der Bevölkerung in zwei Lager: eine eher konservative Gruppe kritisiert das tatsächliche Verhalten berufstätiger Ehefrauen und Mütter und betont die Richtigkeit der traditionellen Erwartungen. Eine andere, eher progressiv-emanzipatorische Gruppe kritisiert die traditionellen Erwartungen als veraltet und begrüßt die Tendenz zur Gleichstellung der Frauen mit den Männern in Öffentlichkeit und Arbeitswelt.

Angesichts dieser Kontroverse stellt sich die Frage, welchen Ursprung die Verteilung der Aufgaben auf die Rollen von Mann und Frau hat und welche Legitimation den traditionellen Geschlechtsrollen in Vergangenheit und Gegenwart zukommt.

Durch die Kulturgeschichte der Menschheit ziehen sich wie rote Fäden zwei am Nachwuchs orientierte Grundprobleme: die wirtschaftliche Versorgung und die Sozialisation. Der Mensch bringt extrem hilflose Kinder zur Welt. Die Hilflosigkeit dauert so lange, daß weitere Geburten erfolgen können, bevor das erstgeborene Kind zur Unabhängigkeit herangewachsen ist. Eine Mutter kann die ökonomische Versorgung des Nachwuchses nicht gewährleisten, wenn eine größere Zahl kleiner Kinder von ihr allein abhängig ist. Darum muß der Mann zur ökonomischen Sicherung von Mutter und Kindern dauerhaft in den Familienverband einbezogen werden.

Das zweite Grundproblem neben dem ökonomischen ist das der Sozialisation des Nachwuchses, Die Ausgestaltung der Rollen von Mann und Frau ist einerseits das Ergebnis von Sozialisation und kultureller Überformung und andererseits Voraussetzung dafür, daß für die neue Generation die Schaffung einer für erfolgreiche Sozialisation geeigneten Erziehungssituation gelingt. In der Schaffung einer solchen Erziehungssituation „scheint die eigentliche Bedeutung der Kernfamilie und möglicherweise der geschlechtsspezifischen Rollendifferenzierung – zu liegen“ (Brigitte Neuendorff-Bub).

Anerkennung der Autorität

Die Rollen von Mann und Frau müssen so ausgestaltet sein, daß in der Sozialisation im Umgang der Kinder mit ihren Eltern die für die Kontinuität der Kultur bedrohlichen Impulse der Sexualität und der aus dieser und anderen Quellen gespeisten Aggressionsneigung in Übereinstimmung mit der jeweiligen Kultur bewältigt werden können. Dazu ist es aber notwendig, daß der Vater von einem bestimmten Punkt der Entwicklung an in die Mutter-Kind-Beziehung eindringt. Er führt dadurch einen Wandel der Gefühlseinstellungen beim Kind herbei und verhilft so dem älterwerdenden Kind dazu, schrittweise Emotionalität und Aggressionsneigung durch Anerkennung von Autorität zu ersetzen.

Dabei ist es von großer Bedeutung, wie die Mutter den Vater den Kindern gegenüber darstellt. Sie muß ihn als den Überlegeneren gelten lassen, wenn sie im Kind den Wunsch ermutigen will, sich mit dem Vater zu identifizieren. Das kann die Mutter mit Überzeugung freilich nur dann tun, wenn sie selbst von der Überlegenheit ihres Ehemannes überzeugt ist, seine Entscheidungen billigt und seine Führung in der Familie akzeptiert. Kann sie davon weder sich selbst noch ihre Kinder überzeugen, dann unterbleibt beim Sohn die Identifizierung und bei der Tochter der Wunsch nach Identifizierung mit dem Vater, und damit unterbleibt durchweg die notwendige emotionale Ablösung von der Mutter. Jungen, die sich anstatt mit ihrem Vater mit ihrer Mutter identifizieren, werden Männer eines anderen, sinnlichen, gefühlsbetonten, weichen, aber auch aggressiven Typs. Mädchen, die bei Ihrer Mutter nicht gelernt haben, ihren Vater als überlegen zu betrachten, werden als erwachsene Frauen oft nicht bereit sein, irgendeinen Mann als überlegen zu betrachten.

Man sieht hier, wie wichtig die Qualität der Ehe für den Erfolg der Sozialisation ist. Die Mutter wird den Vater als gut, groß und überlegen darstellen können, wenn er die Männerolle so ausfüllt, wie es den Erwartungen der Mutter entspricht, wenn er also die ökonomische Versorgung der Familie leistet und außerdem den emotionalen Bedürfnissen der Mutter als Ehefrau entspricht. Die ökonomische Versorgung kann er um so erfolgreicher leisten, je ausdrücklicher die Mutter ihn für die Aufrechterhaltung der traditionellen Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau im Bereich von Haushalt und Kindererziehung in ausreichendem Maße freistellt, um ihm die Übernahme der Rolle in der außerfamilialen Gesellschaft zu ermöglichen, an die seine innerfamiliale Autorität anknüpft.

Auffällig ist allerdings, daß diese konservativen Überlegungen zur Funktionalität der Geschlechtsrollen-Differenzierung im Umkreis der Grundprobleme Ökonomie und Sozialisation am Nachwuchs orientiert sind. Es ist jedoch fraglich, inwieweit dieser Wert als generelle Handlungsorientierung in der Gegenwart noch trägt, zumal bei jenen erwachsenen Mitgliedern der Gesellschaft, die eine Männer- bzw. Frauenrolle spielen wollen, ohne Mütter bzw. Väter werden zu wollen oder zu können.

Die inhaltliche Ausgestaltung der Rollen von Mann und Frau konnte vor der Industrialisierung aus verschiedenen Gründen ausschließlich an den Erfordernissen der Zeugung und Erziehung des Nachwuchses ausgerichtet sein. Die hohen Sterblichkeitsraten nicht nur bei Säuglingen, sondern allgemein die kurze Lebenserwartung machte das Anliegen der Erhaltung der Art zu einem wichtigen Thema. Im Bereich der Sozialisation bestand nur die Aufgabe der Einführung des jungen Menschen in die Erwachsenenrolle. Daß er aus der einmal erreichten Erwachsenenrolle im Laufe seines späteren Lebens wieder herausfallen konnte, galt als sehr unwahrscheinlich und wurde, falls so etwas vorkam, als schwere persönliche Schuld des betreffenden einzelnen gedeutet und entsprechend rigoros bestraft. Typisch für die Industriegesellschaften ist dagegen das Problem, die personale Identität des Erwachsenen zu sichern, ihn psychisch zu stabilisieren und dadurch zu verhindern, daß er aus der sozialen Rolle, in die er mehr oder weniger mühevoll hineinsozialisiert wurde, wieder herausfällt.

Weit davon entfernt, das Nachwuchsproblem gelöst zu haben, das die vorindustriellen Verhältnisse beherrschte – wir haben nicht nur qualitative Sorgen mit der Erziehung des Nachwuchses, sondern, da die Bevölkerung seit einigen Jahren sinkt, auch wieder quantitative –, trägt die Industriegesellschaft ein neu erworbenes Problem mit sich herum: sie muß darum ringen, möglichst viele Erwachsene vor dem Verlust der personalen Identität, vor der Unfähigkeit, sinnvolle und stabile soziale Beziehungen zu unterhalten, vor der Flucht in Rauschmittel, vor politischem Radikalismus und vor der Notwendigkeit der Einweisung in eine psychiatrische Anstalt zu bewahren.

Das neue Grundproblem der Sicherung der personalen Identität tritt also als drittes neben die beiden vorher besprochenen der wirtschaftlichen Versorgung und der Sozialisation des Nachwuchses. Es entsteht als Folge der Trennung von Familie und Arbeitsplatz, die für die große Mehrzahl der berufstätigen Männer seit der Industrialisierung wirksam wird. Die Industriegesellschaft gebiert als neue Institution den Betrieb, auf den eine Reihe von Funktionen übergeht, die vormals bei der Familie lagen.

Für Männer wie für Frauen ist der Betrieb zur Stätte des Produzierens geworden. Das arbeitsteilige Zusammenwirken bei der Güterproduktion ordnet beide Geschlechter nun nicht mehr in ihrer jeweiligen Familie als Mann und Frau einander zu, sondern macht sie zu Mitgliedern eines Betriebes, und zwar nach dem Gleichheitsgrundsatz möglichst unabhängig davon, ob sie Mann oder Frau sind.

So zerfällt in der Industriegesellschaft die Erlebniswelt des Menschen in zwei Sektoren: den der Öffentlichkeit mit Betrieb, Straßenverkehr, Politik usw. auf der einen Seite und den des Privatbereichs mit Familie, Freundeskreis, Stammtisch, Skatrunde usw. auf der anderen Seite. In der Öffentlichkeit ist der einzelne als Träger einer bestimmten Fähigkeit, die andere auch haben, ersetzbar. Er ist jeweils in der betreffenden Rolle angesprochen und nicht als ganze Person. Darum kann er Zweifel an seiner Einzigartigkeit als Mensch normalerweise in der Öffentlichkeit nicht beseitigen. Im Privatbereich des Freundeskreises und der Familie ist dagegen die ganze Person angesprochen. Hier gilt der Mensch in seiner Einzigartigkeit als unersetzbar, und darum kann hier die Sicherung der personalen Identität geleistet werden.

Bei Eheleuten, für die sich der Privatbereich auf Ehe reduziert hat, ist offenbar die emotionale Stabilisierung nicht mehr arbeitsteilig möglich, d. h. es geht nicht an, daß immer nur einer der beiden Partner sich in den Armen des anderen ausweint, um sich Trost und Ermutigung zu holen, während der andere in keiner personalen Begegnung eine Kraftquelle finden kann. Um zu vermeiden, daß eines Tages einer der beiden Partner ausgebrannt und emotional erschöpft aufgibt, muß offenbar regelmäßig gewechselt werden, d. h. die Rollen müssen in ihrer inhaltlichen Ausgestaltung vertauschbar und darum immer ähnlicher werden. Beide weinen sich dann abwechselnd beieinander aus und beide trösten einander, geben einander Kraft und erklären einander, welch einmalige und hervorragende Persönlichkeit sie sind.

Das kann freilich nicht geschehen, wenn ein Partner als der grundsätzlich Überlegene gelten muß. Mit der Reduzierung des Privatbereichs auf Ehe und mit der Zunahme des Problems der Sicherung der personalen Identität als Aufgabe der Ehe muß deshalb der Druck in Richtung auf eine Angleichung der Rollen von Mann und Frau zunehmen. Je stärker dagegen beide Ehepartner Privatkontakte insbesondere zu gleichaltrigen Freunden des gleichen Geschlechts neben der Ehe unterhalten, desto weniger lastet das Problem der Identitätssicherung auf der Ehe allein und desto unterschiedlicher können die Rollen der Geschlechter im Sinne einer arbeitsteiligen Ausprägung sein.

Ein Rückblick auf die bisher skizzierten Überlegungen ergibt das folgende Bild:

  1. Die ökonomische Versorgung mehrerer Kinder erfordert die Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau und die Einbeziehung des Mannes als Vater in die Familie.
  2. Die Sozialisation der Kinder macht die Aufhebung der ursprünglichen symbiotischen Phase zwischen Mutter und Kind notwendig. Diese Aufhebung erfolgt durch das Dazutreten des Vaters als Repräsentant von Autorität und Disziplin.
  3. Die Industrialisierung führt zur Gegenüberstellung von Öffentlichkeit und Privatbereich und damit zu dem Erlebnis der Ersetzbarkeit in der Öffentlichkeit und dem Bedürfnis nach Sicherung der personalen Identität und nach Unersetzbarkeit im Privatbereich.
  4. Wenn sich der Privatbereich auf Ehe oder Ehe mit wenigen Kindern reduziert, kann die Sicherung der personalen Identität nur dort erfolgen. Das setzt eine weitgehende Angleichung der Rollen von Mann und Frau voraus, weil nur so emotionale Reziprozität erreicht werden kann.
  5. Angleichung der Rollen von Mann und Frau in der Ehe erleichtert die Sicherung der personalen Identität der Ehepartner und erschwert die Sozialisation von Kindern. Je mehr sich der Privatbereich auf Ehe reduziert, desto mehr tendieren Ehe und Elternschaft dazu, Alternativen zu werden.

Als Alternative beunruhigend

Wenn der in diesen fünf Schritten zusammengefaßte Gedankengang richtig ist, führt er zu der beunruhigenden Erkenntnis, daß die Angleichung der Rollen von Mann und Frau zugleich für die Erhaltung der Ehe notwendig und für die Entwicklung der Kinder schädlich sein kann. Wenn Ehe und Elternschaft sich als Alternative darstellen, wenn also entweder die Ehe oder die Kindererziehung erfolgreich verläuft, so ist das ein unter sozialpolitischen Aspekten sehr beunruhigendes Denkresultat. Wir wissen nicht, wie die zukünftige Entwicklung aussehen wird. Sie könnte jedoch einen der beiden folgenden Wege nehmen:
  1. Entweder kommt es zu einer Polarisierung in zwei verschiedenen Ehetypen: einen partnerschaftlichen Ehetyp mit weitgehender Angleichung der Rollen von Mann und Frau und der Tendenz zu Kinderlosigkeit und einen konservativen Typ mit traditioneller Geschlechtsrollen-Differenzierung und drei oder mehr Kindern.
  2. Oder es kommt zu einer generellen Neugestaltung der Geschlechtsrollen-Differenzierung derart, daß sich die Ehefrau auf die Doppelrolle von Identitätssicherung für den Ehemann und Mutter für die Kinder bewußt vorbereitet. Voraussetzung dafür wäre dann aber ihre Mitgliedschaft in intensiven Privatgruppen, denen sie außerhalb von Ehe und Familie angehört.
Für die erste Alternative einer Polarisierung spricht die Beobachtung, daß viele junge Menschen das Problem der Sicherung personaler Identität in Partnerschaften erfolgreich lösen, indem sie unter weitgehender Angleichung der Geschlechtsrollen in großer Zahl, ohne die Kirche oder auch nur das Standesamt zu bemühen, paarweise zusammenwohnen. Für die zweite Alternative spricht die Neigung und Fähigkeit vieler verheirateter Frauen, eine bewußte und intensive Ausweitung der Familienbeziehungen auf Eltern und Schwiegereltern, enge Freundeskreise aus Angehörigen des gleichen Geschlechts und andere Personalkontakte zu betreiben, um so die Sicherung der personalen Identität der Frau auch bei traditionell unterschiedlicher Ausgestaltung der Geschlechtsrollen zu ermöglichen und dabei zugleich eine erfolgreiche Bewältigung der Rollen von Ehefrau und Mutter zu erreichen.

Für die Vermutung, daß sich in Ehen mit traditioneller Geschlechtsrollen-Unterscheidung die Zahl der Kinder wieder erhöhen wird, spricht folgende Beobachtung: Wo die zahlreichen und komplizierten sozialen Vorkehrungen für erfolgreiche Kindererziehung (Geschlechtsrollen-Differenzierung, Aufbau intensiver Sozialkontakte im Privatbereich außerhalb der Ehe usw.) einmal getroffen wurden und eine Mutter für die Wahrnehmung diverser Aufgaben „hauptamtlich“ bereitsteht, lohnt sich bei nur einem oder zwei kurz nacheinander geborenen Kindern der Aufwand nicht. Das Kind oder die Kinder werden verhältnismäßig bald selbständig und die Mutter gerät in die Versuchung, entweder die Ablösung der Kinder hinauszuzögern oder gar, nachdem die Kinder selbständig geworden sind, ihre Ehe nach dem Modell einer Mutter-Sohn-Beziehung umzugestalten.

Viele Frauen versuchen Problemen, die sich in ihrer Ehe oder Familie ergeben, dadurch auszuweichen, daß sie eine Berufstätigkeit außerhalb des Hauses ausüben. Mit Ausnahme intellektueller oder künstlerischer Berufe erlebt aber die Frau normalerweise am Arbeitsplatz, zumal als Neuling im Betrieb, daß sie dort nicht als Person, sondern als Trägerin einer Funktion dem Betriebsgeschehen eingeordnet wird. Zwar wird sie bei einiger sozialer Gewandtheit das in der industriegesellschaftlichen Öffentlichkeit normale Distanzgebaren bald erlernen, aber eine Lösung ihrer Identitätsprobleme kann sie durch die Aufnahme einer Berufstätigkeit normalerweise nicht erwarten.

Auch für die Identitätsicherung ihres Ehemannes ist die Aufnahme einer Berufstätigkeit durch die Ehefrau von sehr fraglichem Wert. Als Stabilisatorin „für den berufstätigen Mann kann sie nur schwer fungieren, wenn sie qua eigener Berufskarriere den gesellschaftlichen Statuswettbewerb in die Familie hineinträgt“ (Brigitte Neuendorff-Bub). Um die Doppelrolle der Identitätssicherung für den Ehemann und der Mutter für die Kinder erfolgreich spielen zu können, braucht die Frau zwar eine Reihe intensiver Sozialkontakte außerhalb ihrer Ehe und Familie, nur findet sie die normalerweise gerade nicht am Arbeitsplatz.

Die neue Form der Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern würde dem Mann den Aufbau von Sozialkontakten in der Öffentlichkeit (Beruf und Politik) und der Frau den Aufbau von Sozialkontakten im Privatbereich (Familie, Freundeskreis usw.) übertragen. Dann könnte er die Sicherung der personalen Identität überwiegend in der Ehe finden, sie dagegen überwiegend im außerfamilialen Privatbereich. Die Unterschiede der Rollen zwischen Mann und Frau wären groß und sichtbar genug, um auch die Sozialisation von Kindern zu ermöglichen.

Die öffentliche Meinung müßte in ihrer Wertschätzung die Rollen von Mann und Frau als verschiedenartig, aber als gleichwertig anerkennen.


Lehrstuhl-Seiten | Prof. Dr. Horst J. Helle | curriculum vitae | Bücher | Seitenbeginn